Tiere und Pflanzen

Barbe

Die Barbe lebt gesellig und hält sich meist in Bodennähe in starker Strömung auf. Die Fische überwintern in großen Gruppen unter Wurzeln oder an strömungsarmen Stellen der Flüsse. Zur Laichzeit, die in die Monate Mai bis Juli fällt, ziehen die Barben in Schwärmen flussaufwärts. Die Abgabe der Eier erfolgt an flachen, kiesigen Stellen. Bei Umsetzung der WWF-Flüssevision profitiert sie von der Erweiterung der Fließgewässer durch Aufweitungen ebenso wie durch damit verbundene Revitalisierungsmaßnahmen.

Eisvogel

Der Eisvogel lebt an mäßig schnell fließenden oder stehenden, klaren Gewässern mit Kleinfischbestand. Diese sollten von einem ausreichenden Angebot an Sitzwarten und möglichst auch von Gehölzen gesäumt sein. Als Brutplätze dienen Steilufer oder große Wurzelteller umgestürzter Bäume mit dicker Erdschicht – Plätze, die an Österreichs Flüssen rar geworden sind. Bei Umsetzung der WWF-Flüssevision profitiert er von naturnäheren Ufern und der Revitalisierung von Flüssen.

Flussuferläufer

Der Flussuferläufer ist eine Charakterart natürlicher Fließgewässer, der besonders Schotterbänke und –inseln mit Pioniervegetation besiedelt. Dementsprechend ist er auf naturnahe Flüsse angewiesen, die Platz zur Ausbreitung bieten. Bei Umsetzung der WWF-Flüssevision wachsen seine potenziellen Lebensräume an Österreichs Flüssen um 159 %.

Gelbbauchunke

Die Gelbbauchunke gehört zu den Amphibien mit einer engen Gewässerbindung. Ursprünglich war die Art ein typischer Bewohner der Bach- und Flussauen. Sie besiedelte hier die in Abhängigkeit von der Auendynamik immer wieder neu entstehenden, temporären Kleingewässer. Bei Umsetzung der WWF-Flüssevision profitiert sie von der Aufwertung der Auen und Stillgewässer an unseren Flüssen.

Grau-Erle

Die Grau-Erle besiedelt in Österreich vor allem die Ufer von Gebirgsbächen und -flüssen, sowie Auwald- und Augebüschrandstandorte. Die Art verträgt eine große Vielfalt von Klimabedingungenn und ist weitgehend unempfindlich gegen Hitze und Dürre. Sie bevorzugt gut mit Wasser versorgte Standorte, meidet nasse, schlecht durchlüftete Böden, erträgt aber zeitlich begrenzte Überschwemmungen. Sie festigt und verbessert durch Anreicherung mit Stickstoffverbindungen den Boden. In den letzten Jahren ist diese wertvolle und angepasste Baumart durch den höchstwahrscheinlich eingeschleppten Wurzelhalsfäule-Erreger Phytophtora stark in Mitleidenschaft gezogen worden (Erlensterben).  

Huchen

Der stark gefährdete Huchen, auch Donaulachs genannt, lebt im Unterschied zu vielen anderen Lachsfischen ständig im Süßwasser, meist in tieferen Abschnitten von schnell fließenden, sauerstoffreichen Flüssen. Er ist ein standorttreuer, territorialer Einzelgänger. Zur Laichzeit im März oder April wandern Huchen ein kleines Stück flussaufwärts. Gelaicht wird in flachen Gruben, die das Weibchen vorher mit dem Schwanz schlägt. Bei Umsetzung der WWF-Flüssevision profitiert er durch den Rückbau von Uferverbauungen (wo möglich), durch Flussaufweitungen und Revitalisierungen.

Kammmolch

Der Kammmolch wandert im Frühjahr nachts aus seinen Winterquartieren zu den Fortpflanzungsgewässern. Die Laichzeit konzentriert sich in Mitteleuropa auf die Monate April und Mai. Die Männchen besetzen bestimmte Balzplätze, die sie mit Drohgebärden gegen eindringende andere Männchen verteidigen. Ein Weibchen legt mehrere hundert Eier, die einzeln mit Hilfe der Hinterbeine in umgefaltete Blätter von Wasserpflanzen gelegt werden. Bei Umsetzung der WWF-Flüssevision profitiert er von der Aufwertung der Auen und Stillgewässer an unseren Flüssen.

Lavendelweide

Die Lavendelweide ist ein Baum oder Strauch, der Wuchshöhen von bis zu 20 Metern erreicht. Sie gedeiht am besten auf wechselfeuchten bis trockenen, meist kalkhaltigen Böden auf Ufer- und Schotterbänken von Gebirgs- und Vorgebirgsflüssen. Bei Umsetzung der WWF-Flüssevision profitiert sie von den Flussauweitungen und häufigerem Vorkommen von Schotterbänken sowie naturnäheren Ufern.

Wachtelkönig

Der stark gefährdete Wachtelkönig gilt als Bewohner extensiv genutzter, wechselfeuchter und bevorzugt baumfreier Wiesen wie z.B. Überschwemmungsauen und Flussniederungen. Bei Umsetzung der WWF-Flüssevision wachsen seine potenziellen Lebensräume an Österreichs Flüssen um 161 %, sollte sich dagegen der bestehende Trend fortsetzen verliert er fast die Hälfte seines verbliebenen Lebensraumes in unseren Flussräumen.

Wechselkröte

Die Wechselkröte ist vor allem an Ruderalstandorten, in trockenem Brachland auf Feldern und in Abgrabungsflächen anzutreffen. Sie entfernt sich teilweise sehr weit von offenen Gewässern. Bei Umsetzung der WWF-Flüssevision wachsen ihre potenziellen Lebensräume an Österreichs Flüssen um 118 %, sollte sich dagegen der bestehende Trend fortsetzen verliert sie 40 % ihres verbliebenen Lebensraumes in unseren Flussräumen.

Wiedehopf

Der Wiedehopf ist Bewohner südexponierter und daher trocken-warmer, halboffener bis offener Standorte. Vegetationsarme und weiche Böden werden bevorzugt, in denen er nach Nahrung stochern kann. Als Höhlenbrüter ist er auf das Vorhandensein von Baumhöhlen oder Mauerspalten angewiesen. An unseren Flüssen setzt ihm die enorme Verbauung im Flussraum zu. Bei Umsetzung der WWF-Flüssevision wachsen seine potenziellen Lebensräume an Österreichs Flüssen um 161 %, sollte sich dagegen der bestehende Trend fortsetzen verliert er fast die Hälfte seines verbliebenen Lebensraumes in unseren Flussräumen.

Ufer-Tamariske

Eine der seltensten Pflanzen der Alpen ist die Ufer-Tamariske, auch Deutsche Tamariske genannt. War sie früher an unseren Flüssen noch weit verbreitet, ist sie heute eine ausgesprochene Kostbarkeit. Äußerlich ein zarter Strauch mit gelblich-purpurroten Zweigen, beweist die Ufer-Tamariske Zähigkeit gegenüber den Härten eines Gebirgsflusses. Mit ihrem tiefen Wurzelsystem stemmt sie sich gegen Hochwasser und ihre biegsamen Zweige überstehen auch Überflutungen unbeschadet. Die Ufer-Tamariske wächst auf frisch angeschütteten Kiesbänken, wo ideale Keimbedingungen herrschen und sie keine Beschattung erdulden muss – sie braucht also dynamische Flusslandschaften. Bei Umsetzung der WWF-Flüssevision verdoppeln sich ihre potenziellen Lebensräume an Österreichs Flüssen.

Biber

150 Jahre nach ihrer Ausrottung findet man den Biber heute wieder in heimischen Flusslandschaften. Der Nager macht sich vor allem durch seine Bauaktivitäten bemerkbar. Er fällt Bäume, errichtet Dämme und gräbt Tunnel und erhöht dadurch in den Flusslandschaften die Biodiversität. Bei Umsetzung der WWF-Flüssevision profitiert der Biber von der qualitativen Aufwertung der Auwälder.